Breite (Km 3.7)

Der Flurname Breite ist in der Schweiz sehr verbreitet. Er bezeichnete ausgedehnte, ebene Felder, die sich gut für die Landwirtschaft eigneten. Für das ebene Gebiet zwischen dem St. Albanquartier und Birsfelden ist der Name „In der Breite“ seit dem 13. Jahrhundert belegt. Entsprechend hiess der flache Teil der heutigen Zürcherstrasse bis 1871 „Breite Strasse“. Der steil ansteigende Teil zwischen dem St. Albanteich und dem St. Alban-Tor hingegen hiess wegen der Brücke über den Teich „Brückliberg“. Den nach wie vor gebräuchlichen inoffiziellen Namen „Sägeberg“ erhielt der Hang wegen der Sägemühle, die Jakob Stehlin 1836 im spitzen Winkel zwischen dem Brückliberg und den St. Albanteich errichtete (Abbruch 1955).

In der Breite liess der Rat im 16. Jahrhundert einen Lagerplatz für das angeflösste Bauholz, den sogenannten Holzplatz, einrichten. Dies wurde nötig, weil die Lagerplätze in den Schindelhöfen im St. Alban-Tal an ihre Kapazitätsgrenzen stiessen. Der Holzplatz befand sich auf der Breitematte im Bereich des heutigen Kinderspielplatzes.

Etwas weiter oben, im Bereich der heutigen Froburgstrasse, liess der Basler Rat 1856 eine Badeanstalt erstellen. Fotos existieren keine, aber sie dürfte ähnlich ausgesehen haben wie das etwas jüngere „Rhybadhyysli“ am St. Alban-Rheinweg. Wegen schlechter Wasserqualität wurde die Badeanstalt 1940 abgebrochen. Die Fundamente sind aber nach wie vor zu erkennen.

Bild Nr. 4  Staatsarchiv Basel-Stadt, Bildbezeichnung: Planarchiv G 5,16 Geometrischer Plan des Banns der mehreren Stadt Basel, 1818-1820
https://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=944607